Die etwas andere Reise zum Klausenhof im Schwarzwald

Ich dachte dass ich so langsam mal anfange meine wie jedes Jahr höchst amüsanten Reiseerlebnisse aufzuschreiben. Eine der verrücktesten Erinnerungen ist die an meine aufregende Schwarzwaldfahrt zum Klausenhof, den Lampi und andere Leute der Fahrtgemeinschaft Artaban kürzlich erworben hatten. Lampi hatte mir wider Erwarten nicht Bescheid gegeben dass diese Woche dort wieder ein Treffen stattfand und war offenbar recht kurzfristig aufgebrochen. Also entschloss ich mich, ebenso spontan in den Schwarzwald zu fahren und den Klausenhof aufzusuchen. Ich bin allerdings gleich an einem Tag fünfmal dorthin gefahren – kling jetzt komisch, aber das geht durchaus! Und im Folgenden erzähle ich, wie!

Ich wusste dass der Klausenhof sich in Lenzkirch bei Neustadt-Titisee befand und ich von Stuttgart am besten mit dem Auto dort hin fuhr. Mitfahrzentrale kontaktier, ganz genau einen Fahrer gefunden der früh genug fuhr (7 Uhr, die anderen erst nach 10!) und noch einen einzigen Platz im Zweisitzer freihatte! Wie als hätte er auf mich gewartet! ;)

So fahren wir also die Autobahn nach Süden und bogen schließlich Richtung Freiburg ab. Dort lasse ich mich in Ns-Ts absetzen und losgetrampt nach Lenzkirch. Werde auch sofort von einer netten Frau mitgekommen, Freude hoch zehn, Tag erstmal gerettet!
Es gibt anscheinend mehrere Klausenhöfe in Lenzkirch und ich war mir sicher, dass es sich dabei um den im Ortsteil Grünwald handelte. Dort fuhr sie auch etwa zwei Kilometer vorbei. Also raus aus dem Auto, Rucksack gepackt und frohgemut mit der Trommel in die Pampa spaziert. Dabei muss ich irgendwann ins Gehölz ausweichen weil die Sonne wirklich nicht mehr zu ertragen ist. „Zum Klausenhof?“ fragt mich der Postbote. „Na da gehe Sie da drüben noch de Straße lang und nach einem Kilometer kommt erst der kleine Klausenhof und dann der große.“
Nach einer Weile komme ich an einer baufälligen Villa an, die zwar sehr schön ist, nur von menschlichem Leben keine Spur. Besonders faszinierend die Hütte im Gebüsch von der nur noch das Dach nicht vom Gebüsch überwuchert wurde. Das zweite Haus kommt einige hundert Meter dahinter wo mich eine telefonierende Frau freundlich am Fenster empfängt. Nein, Artaban hat sie noch nie gehört und hier sind auch keine Leute, davon wüsste sie. Vielleicht meine ich ja den Klausenhof in Lenzkirch-Saig? Ich grüße sie freundlich zum Abschied auch wenn ich innerlich grummel wie ein hungriger Bär und marschiere weiter zur Straße um mich nach Saig durchzuschlagen. Nur zum Sumbeln und Quelltrinken halte ich an und bemühe mich dann rechtzeitig wieder ein Stück Zivilisation zu finden – und natürlich den ollen Hof.

Auf dem Weg kommt ein unerwarteter Anruf von einer hilfsbereiten Mutter deren Sohn da ist wo ich hinwill. Der Klausenhof ist gar nicht in Lenzkirch sondern hinter Waldkirch bei Freiburg. Gut zu wissen, freue ich mich mit einem winzigen Hauch von Sarkasmus. Da bleibt also nur eins, ruckzuck nach Freiburg und zusehen dass ich heute noch ankomme.

Also ab an die Straße, Daumen raus und zurück nach Titisee! Werde auch gleich von einem netten Kerl mit langen weißen Haaren eingesammelt, der mich bis zum Bahnhof mitnimmt. Während der Fahrt höre ich allerhand über die Sorgen die man hier auf dem Dorf so hat. Die Wirtschaftskrise kommt erst noch und dann ist irgendwann Bürgerkrieg – 20 Millionen Ausländer gegen Deutschland. Aber immerhin liegen wir gut in der Zeit.
Ich verabschiede mich freundlich und finde am Bahnhof eine jugendliche Gruppe von zwei Jungs und zwei Mädels die sich natürlich über Verstärkung für ihr Ticket freuen und mit denen ich während der Fahrt lustige Gespräche über Musik und Liebe habe. In Freiburg steige ich dann wieder in den Zug nach Elzach ein und als ich endlich im richtigen Bus sitze schlafe ich glatt ein – naja, endlich aber hält der Bus an der Haltestelle wo der Klausenhof ist. Ich springe, inzwschen wieder quicklebendig, aus dem Bus und klingel an der Tür des Hofes. Ein älterer Herr in Unterhose erscheint am Fenster und weiß nichts von Artaban oder irgendwelchen Leuten die hier sein sollen. Aber es gibt ja nochmal einen Klausenhof hier, irgendwo hinter der Stadt in der Pampa.

Ich trabe los, die Schultern tun inzwischen entsetzlich weh und die Füße machen auch nicht mehr wirklich mit. Aber egal, ich bin kurz vorm Ziel und der fünfte Klausenhof kann es nun ja nur noch sein.
Auf dem Rückweg in die Stadt dann der rettende Anruf auf mein Handy! Es IST der richtige und sie können mich an der Tankstelle abholen. Ich werde schneller und haue ab und zu auf die Trommel um mich bei der Stange zu halten. Tankstelle? „Die finde Se immer in die Richtung, noch etwa 500 Meter!“ Ich laufe und laufe und laufe. „Die Tankstelle? Da sind Se ned mehr weit davon entfernt, s isch etwa noch n halber Kilometer.“ Soviel also zur Entfernung^^ Keine Tankstelle kommt, aber die Hoffnung stirbt zuletzt! Die dritte Frau die ich frage ob die Tankstelle da noch irgendwann kommt meint es seien noch so 700 Meter. Auf meinen verwunderten Einwand entgegnet sie: „Nene das sind mindestens noch 700 in die Richtung!“ – Naja, aber mich kann heute nichts mehr schocken. Als ich endlich dort ankomme fährt mir schließlich das lang ersehnte Auto entgegen. Wenn mir nicht alles so wehtun würde könnte ich Freudensprünge machen. Endlich am Hof angekommen und immerhin noch zwei Stunden Geselligkeit treffe ich einen Entschluss: wenn es mich das nächste Mal in den Schwarzwald verschlagen sollte und ich genug Leute dabei habe weiß ich schon was wir machen:

Tour de Klausenhöf ‘ !

Genug schöne Erlebnisse und Sehenswürdigkeiten auf der Strecke hatte ich ja (unfreiwillig) kennenlernen können :D





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